Über die Arbeit
Dem täglichen Tätigkeitsbericht entnehme ich ein Tischgespräch,
das sich voller Zweifel und Erwägungen dem ganz normalen Alltag
widmet. Ohne Gewähr versuche ich einige mir wichtige Punkte
wiederzugeben. Souveränität spielt dabei keine Rolle.
Die Gesetze sind ungeschrieben und werden missachtet. Die wahre
Gestalt der Dinge ist eine Lüge. Allein durch ein ruckartiges
Entspannen zwischen Erinnerungsfeld und Wahrnehmungsfeld zeigen
sich unbestimmte Eigenschaften der Dinge. Sie ruhen in ihren Rollen,
deren Sinnfülle sich verschoben hat. Es ist, als ob sie sich
zu einem Eigenleben entschieden haben, in dem sie als Kameraden
miteinander den gewöhnlichen Alltag persiflieren. Selbst Themen,
die wirklich so ganz beiläufig besprochen werden könnten,
gehören zum Normalsten der Welt. Allerdings pendeln ihre Befremdlichkeitsfaktoren
zwischen Vertrauen und Vermuten. Man weiss daher nicht, ob sie was
angestellt haben, oder etwas anstellen wollen. Manchmal erheitern
sie oder stoßen mit einem Rülpser auf, der nach bitterer
Orangenmarmelade schmeckt. Ein lässiger Bildungsschnitzer im
Gemüt des Katagorienkatalogs.
Mit einem Kopfzittern höre ich einen Appell an das Ordnungszentrum,
daß nun ein anderer Wind wehe („The show must go on!“).
Ohne die Erkenntnisse von Hirnforschern wären daraufhin die
weiteren Ergebnisse lauter Schnick-Schnack. Aber das Hirn produziert
für sich, zum Glück, ständig Sinnzusammenhänge,
egal ob sie mit der Wirklichkeit zu tun haben oder nicht.
Die übereinstimmenden Grundbegriffe mit anderen Tischgesprächen
rotieren: Alltäglichkeit, Banalität, Ironie überlagern
sich so zur Superposition.
Kein Grund also den Panikgenerator zu kurbeln, denn es ist noch
nicht so weit, daß man jetzt schon gehen könnte. |
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